Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich täglich mit dem Syndrom der, an jeder Ecke lauernden, Frühjahrsmüdigkeit. Interessanterweise wirkt sie sich bei jedem anders aus und bringt eine Vielzahl an Symptomen mit sich.

Im Englischen gibt es den Ausdruck Frühjahrsmüdigkeit (spring tiredness) nicht wirklich – es heisst hier „spring fever“. Und wird sehr treffend in einem Gedicht von Mark Twain beschrieben:

„It's spring fever.  That is what the name of it is.  And when you've got it, you want - oh, you don't quite know what it is you do want, but it just fairly makes your heart ache, you want it so!................ 

Darauf gestoßen bin ich, weil meine 15 jährige Tochter in den letzten Wochen immer wieder Fieberschübe hatte, die nicht von Schnupfen, Husten und Heiserkeit, sondern von Stimmungsschwankungen, euphorischen Hochfügen, Gliederschmerzen und tränenbenetzten Abenden begleitet wurden.

Das Syndrom „Frühjahrsmüdigkeit – spring fever“ wird schon seit langem studiert und erforscht, doch  belegbare Auslöser und genau beschreibbare Symptome sind nicht wirklich leicht zu identifizieren. Somit sind die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit vom medizinischen Standpunk aus nicht vollständig geklärt, denn es handelt sich hier ja nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern um eine durch den Jahreszeitenwechsel hervorgerufene Erscheinung. Fest steht nur, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt.

Es werden, mit dem länger werden der Tage, verstärkt  Endorphin, Testosteron und Östrogen ausgeschüttet und gleichzeitig wird Melatonin abgebaut. Diese Umstellung belastet den Körper stark und er reagiert mit Müdigkeit (trotz ausreichender Schlafdauer), Wetterfühligkeit, Schwindelgefühl, Kreislaufschwäche, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber und Antriebslosigkeit. Bei steigenden Temperaturen sinkt außerdem der Blutdruck, da sich die Blutgefäße weiten.

Für viele Menschen bringt der Frühling das Gefühl von energiegeladenem Glück; es ist ein Erwachen aus dem Winterschlaf und man könnte Bäume ausreißen, sich spontan verlieben oder eine Weltreise planen.  Der Frühling ist für viele die Jahreszeit der Hoffnung und der guten Vorsätze, doch für viele andere bringt er physische und psychische Belastungen wie Allergien und Depressionen mit sich.

Es ist in diesen Frühlingstagen von großer Wichtigkeit, das morgendliche Sonnenlicht zu nutzen, denn es ist ein äußerst notwendiger Indikator für unseren Körper, um mit der Natur synchron zu bleiben.  Das bedeutet, dass man den Tagesrhythmus nach der Sonne richten soll (gerade jetzt sind durchwachte Nächte kontraproduktiv) - also früh aufstehen und früh zu Bett gehen. Dies sorgt dafür, dass Serotonin ausgeschüttet und Melatonin abgebaut wird. Gegen die Kreislaufbeschwerden helfen morgendliche Spaziergänge, Gymnastikübungen und Wechselduschen.

Während der hormonellen Umstellung benötigt der Körper allerdings auch mehr Vitamine und Proteine als üblich, also sollten jetzt wieder viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Hirse und leicht verdauliche Proteine auf dem Speiseplan stehen. Mehrere kleine Mahlzeiten  helfen ebenfalls, da große Mahlzeiten den Körper zusätzlich träge machen.

 

Anleitung zum Wechselduschen:

Zuerst heiss duschen und dann eine Minute lang kalt, diese Abfolge dreimal wiederholen.  Beim kalten Durchgang erst die Außenseite des rechten Beines über Po und Hüfte zur Innenseite, danach das gleiche am linken Bein, anschließend die Außenseite des rechten Armes über die Schulter zur Innenseite des rechten Armes, danach das Ganze am linken Arm. Zuletzt Brustkorb, Rücken und Bauch.   Je kälter desto besser. (Ältere  Menschen sowie Leute mit Herzproblemen sollten auf extrem kaltes Wasser verzichten.) 

Sollte esanfangs Probleme mit dem kalten Wasser geben sollte, dann versucht man  erst nur die Füße und die Arme zu brausen. Im nächsten Durchgang beginnt man wieder mit den Füßen und den Armen, macht aber dann auch vorsichtig an den Beinen, dem Brustbereich und dem Rücken weiter, zum Schluss kommt der empfindliche Bauch an die Reihe.

Man muss auch nicht beim ersten Versuch die volle Minute unter eiskaltem Wasser aushalten, es ist in Ordnung wenn man sich langsam steigert, die Angelegenheit soll nie aufhören  Spaß zu machen. Das Wechseln zwischen  heißem und kaltem Wasser bewirkt, dass sich die  Muskeln dehnen und wieder zusammenziehen, was zu einer schonenden Entgiftung führt, da Schadstoffe aus den Muskeln „gepresst“ werden.

Außerdem verbessern Wechselduschen den Kreislauf;  und ein gut funktionierender Kreislauf hat enorme Vorteile. Wenn ein Körper nämlich unter einem schwachen Kreislauf leidet, dann werden nicht alle Bereiche des Organismus regelmäßig mit frischem Blut versorgt, was dazu führt, dass der Körper die blockierten Bereiche nicht mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen kann und natürlich auch nicht regelmäßig reinigen kann. So häufen sich Giftstoffe in diesen sauerstoff- und blutarmen Bereichen an und verursachen Schmerzen aller Art.

Wechselduschen sollten täglich durchgeführt werden und können, wenn eine stärkere Entgiftung benötigt wird, auch mehrmals am Tag angewandt werden. Eine Überdosierung ist nicht möglich!

Viel Spass