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Ohne Aggression kein Leben - An eine Sache herangehen

Aggression ist in unserem westlichen Verständnis ein gefährlicher und zerstörerischer Aspekt, der seine Berechtigung fast nur im Schutz unseres Lebens und in der Abwehr eines Angriffes hat.

„Du bist aggressiv“ ist für viele Menschen zu einer eindeutig negativen Bewertung geworden. Diese innere Ablehnung der Aggression bedeutet aber eine Einschränkung und Verzerrung eines wichtigen Lebensprinzips, dessen sprachliche Wurzeln „ad“ und „gredere“ wörtlich „an eine Sache rangehen“ bedeuten. Hier geht es um aktive Hinwendung. Unser Interesse, unsere Zuwendung und die Inbesitznahme unserer Welt, beruhen auf dem lebensbejahenden und lebenserhaltenden Prinzip der Aggression. Die Psychologie spricht davon, dass die Aggression eine wichtige Triebgrundlage der Neugier bildet. Eine Schwäche oder Blockade dieser Triebkraft lässt uns in unseren gewohnten Bahnen stagnieren und Einschränkungen werden nicht mehr oder sehr selten in Frage gestellt. Es ist gar nicht unüblich, dass tatkräftige und aktive Menschen mit aggressiven Attributen belegt werden. Man sagt zum Beispiel „Jemand hat Biss“, wenn man von einem tatkräftigen Menschen spricht. Eine schwache und gehemmte Aggression kann laut tiefenpsychologischer Studien elementare Vorgänge, wie den der Geburt, erschweren.

Es wird beschrieben, dass Frauen, die in ihrer Aggressionsbereitschaft gehemmt sind, meistens langwierige und schwere Geburten haben. Ihnen fehlt die nötige aggressive Gestimmtheit der letzten Schwangerschaftswochen, um einen Schlussstrich zu ziehen. Es ist an der Zeit, dass dieser Lebensabschnitt zu Ende geht und das bisher im Bauch getragene Kind das Licht der Welt erblickt. Mit dieser Einstellung und mit ihren Wehen, unterstützt die Mutter das Kind auf seinem Weg in eine eigenständige Existenz. Doch Aggressionshemmung führt oft zu Wehenschwäche, denn die Wehen, die das Kind auf seinem Weg in die noch unbekannte Welt unterstützen, sind aggressiven Ursprungs. Eine Aggression, die in Einklang mit der Weiterentwicklung und damit mit dem Leben selbst steht.

Überhaupt ist es sehr oft die Aggression die neue Entwicklungsschritte einleitet, wie zum Beispiel in der oft schwierigen Ablösung während der Pubertät. Es ist die Aggression, die den jungen Menschen die „Tür hinter sich zuschlagen lässt“, weil im engen, begrenzten familiären Umfeld neue Wege der Selbständigkeit nicht möglich scheinen. Gute und schlechte Zeiten und Erfahrungen werden hinter sich gelassen und die Zuwendung zur Welt, in der neue Wege und Vorstellungen verwirklicht werden sollen, ist aggressiv. Den engstirnigen und kleinkarierten Erwachsenen soll gezeigt werden, dass die von ihnen gelebten und vorgegebenen Beschränkungen überwindbar sind. Die Aggression ist auf unserem Lebensweg ein wichtiger Motor der Entwicklung, nicht um Gräben aufzureißen und Unversöhnlichkeiten zu zementieren, sondern im Streben um Anerkennung, Wertschätzung und Gleichberechtigung.

1940 definiert Freud im „Abriss der Psychoanalyse“ das Ziel des Lebenstriebes (Libido) darin, immer größere Einheiten herzustellen und zu erhalten (Bindung). Das Ziel des Aggressionstriebes dagegen ist es, Zusammenhänge aufzulösen und die bisherige Ordnung zu zerstören. Versteht man die beiden Triebe als Kräfte, die dazu dienen, einerseits Verbindungen mit zunehmender Komplexität zu schaffen (libidinöser Trieb) und andererseits veraltete und hindernde Strukturen aufzulösen (aggressiver Trieb), so stehen beide Kräfte im Dienst der Weiterentwicklung. Verbindungen eingehen zu können ist ebenso wichtig wie einengende Beziehungen und Strukturen auflösen zu können. Jeder neue Entwicklungsschritt bedeutet nämlich immer auch die Auflösung der bisherigen Strukturen.

Zu Beginn unseres Lebens verlassen wir die vorgeburtliche Einheit mit der Mutter. Später verlassen wir Schritt für Schritt unser zu Hause, um unseren Horizont zu erweitern. Wir lösen uns aus unserer Herkunftsfamilie, um eigene soziale Strukturen zu gestalten. Jeder Schritt nach vorne eröffnet uns neue Möglichkeiten und bedeutet gleichzeitig auch einen Schritt heraus aus unserem bisherigen Leben. Jede Weiterentwicklung ist ein Ende unserer bisherigen Lebensstrukturen, denn die Auflösung bestehender Strukturen ist unbedingt notwendig für das Fortschreiten. Binden und Trennen sind einander ergänzende Aspekte unserer Entwicklung und das Gleichgewicht zwischen ihnen ist von großer Bedeutung. Zu schwache und gehemmte aggressive Impulse verhindern das Herangehen an eine Sache, verhindern das offensive Verhalten und machen die Begegnung, die Auseinandersetzung wie auch Abgrenzung schwierig. Was dazu führt, dass wir im Handeln und oft sogar im Denken gehemmt und blockiert sind.

Über die manuelle Behandlung im Shiatsu hinaus, in der die Energiesysteme des Körpers und der freie Fluss von Qi und Blut gestärkt und ausgeglichen werden können, ist es wichtig, dem aggressiven Element seinen negativen Beigeschmack zu nehmen, denn ohne Aggression ist unser Leben praktisch unmöglich. Es ist eine Grundvoraussetzung des Lebens, dass wir uns schützen und verteidigen müssen und dass der Erhalt des Lebens immer mit aggressiven Aspekten verbunden ist. Auf der tiefsten, organischen Ebene erfolgt dies durch die Funktionen unseres Immunsystems und der Körperabwehr. Aggression ist ein dem Leben innewohnendes und die Entwicklung förderndes Prinzip, das es in unser Leben zu integrieren gilt. Negativ, verletzend und wirklich zerstörerisch wird Aggression erst dann, wenn sie nicht integriert ist. Die Integration der Aggression in unser Leben bedeutet aber auch das Eingehen eines Risikos im Sinne der Begegnung. An etwas “Rangehen” bedeutet auch, wenn man einer nahe stehenden Person gegenüber Gefühle ausdrückt, die man sonst zurückhält, um eine Ablehnung zu vermeiden oder der Gefahr ausweicht, sich zu blamieren. Gemeint sind hier nicht nur „negative“ Gefühle, sondern auch positive Gefühle wie Wertschätzung und Zuneigung.

Ein weiterer Aspekt der Aggression, dessen Integration wir fördern können, ist die Abgrenzung, das „Nein“. Auf dem Weg zur persönlichen Integrität ist es wichtig, auf die eigenen Grenzen zu achten, sie nicht überschreiten zu lassen oder selbst zu überschreiten. Die eigenen Grenzen zu erfahren ist ein Bereich, den mit Shiatsu sehr gut unterstützt werden kann. Hier kann ich als Shiatsutherapeutin auch als Vorbild wirken und zwar in der Art und Weise, wie ich mit meinen Grenzen und den Grenzen meiner KlientInnen umgehe. Ist unser Selbstwertgefühl stark und stabil, gehen wir leichter mit unseren aggressiven, abgrenzenden und offensiven Impulsen um, weil wir es innerlich riskieren können, auch Ablehnung zu erfahren.

Wenn es gelingt, mit Shiatsu dazu beizutragen, dass die KlientInnen ihre Mitte finden und an Selbstwertgefühl zu gewinnen, ist dies ein wichtiger Schritt hin zu einem konstruktiven Umgang mit der Aggression. Die KlientInnen können in einem geschützten Rahmen die Erfahrung machen, dass sie in ihren Grenzziehungen und in ihren Wünschen respektiert und angenommen werden. So ein Erleben trägt viel dazu bei, dass Sicherheit und innere Ruhe gefunden und erlebt werden können und es fördert die harmonische Integration des aggressiven, fordernden und abgrenzenden Elements in ein zunehmend reicheres und erfüllteres Leben.

Vor 237 Woche gesendet
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Vor 237 Woche gesendet

Wechseljahre - Gedanken und Anregungen zum Klimakterium

Millionen von Frauen erleben zu einem bestimmten und ihnen ganz individuellen Zeitpunkt in ihrem Leben das Klimakterium.

Doch die Öffentlichkeit, Ärzte und sogar Frauen selbst sehen die Wechseljahre oft in einem negativen Licht, meistens als einen medizinischen Zustand und im extremen Fall als eine Behinderung. Die Wechseljahre können vieles sein, aber sie sind keine Krankheit und deshalb muss es auch kein Heilmittel für sie geben.

Im engeren Sinne sind die Wechseljahre einfach die Zeit im Leben einer Frau, in der ihre Eierstöcke aufhören Eier zu produzieren und sie keine Menstruation mehr hat.

Es ist absolut natürlich, während dieser Zeit Körperveränderungen zu erleben und es ist richtig, dass es während der Wechseljahre zu Symptomen wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, vaginaler Trockenheit, starken Blutungen und unregelmäßigen Menstruationen kommen kann. Doch so wie der Übergang von der Jugend zur Reife, sind die Wechseljahre eine natürliche und gesunde Lebensphase. Es ist die Zeit großer Veränderungen - es ist die „Jugend des Alters“, aber oft erfüllter als die Pubertät, weil Frauen im Klimakterium schon Vertrauen und Erfahrung gesammelt haben.

Wie auch während der Pubertät, sind die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre nicht immer unbedingt angenehm oder einfach und man kann durchaus aus dem Gleichgewicht geraten. Allerdings müssen die Wechseljahre nicht zu einer Zeit der Beschwerden ausarten, sie können auch eine Zeit neuer Kraft und Gesundheit sein. Meine Hoffnung ist, dass wir in unserer Kultur lernen werden, Frauen im Klimakterium anzuerkennen, und das Alter und die Weisheit, die sie besitzen, mit Respekt und Wertschätzung zu ehren.

Der Übergang zu den Wechseljahren sollte eine Zeit der Reflexion und Inspiration sein. Übergänge und Veränderungen jeglicher Art können von Natur aus schwierig sein, und trotzdem erleben viele Frauen im Wechsel einen neuen Sinn für Freiheit und persönliches Wachstum.

Es ist auch eine Zeit der Wahl und sollte dazu benutzt werden um herauszufinden, was man wirklich will, und um Verantwortung für die Gestaltung der verbleibenden Kapitel des Lebens zu übernehmen.

Die Haltung und die Wahl der Verhaltensweisen, mit der Frauen sich auf den Weg in die Wechseljahre begeben, können einen enormen Einfluss auf ihre Erfahrung damit haben.    Studien belegen, dass negative Überzeugungen vor den Wechseljahren richtungsweisend für eine schwierigere Zeit sind. In jüngerer Zeit hat es sich auch gezeigt, dass eine Umpolung dieser negativen Gedanken und Einstellungen zu einer Verringerung der Symptome führen kann - selbst im Angesicht sehr schwieriger Symptome.

Die folgenden Tipps können  helfen, die Wechseljahre in ein positives, erfüllendes Erlebnis zu verwandeln:


Beobachte deine Gedanken

Es wird immer deutlicher, dass das Fehlen von positiven Gedanken einen größeren negativen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat, als das Vorhandensein von negativen Gedanken. Eine Möglichkeit, positive Gedanken und Gefühle zu kultivieren ist, ein Wertschätzungstagebuch zu führen, in dem man jeden Abend drei Dinge aufschreibt, für die man dankbar ist und sich dann für ein paar Minuten diese Bilder im Kopf behält.

Lache

Lachen bringt uns näher an die Menschen, bringt positive Gedanken in Bewegung, kann unser Immunsystem  stimulieren, verbessert unsere Lernfähigkeit  und unser Gedächtnis und hilft uns besser mit den Stressfaktoren in unserem Leben umzugehen. Lachen ist eine große Hilfe im Wechsel.

Nimm dir Zeit für dich selbst

Bewegung, richtige Ernährung und Entspannungstechniken sollten in jeden Tag integriert werden. Das Hervorrufen einer ” Entspannungsreaktion ” z.B. durch Yoga, erhöht die Muskelentspannung, beruhigt den Geist, fördert positive Emotionen und Kreativität und kann Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Schmerzen reduzieren. Wenn Frauen es sich täglich zur Priorität (auch nur 15 Minuten pro Tag) machen,  Entspannungstechniken zu üben, können große Veränderungen auftreten.

Bleibe im Moment

Versuche aufmerksam zu sein und erlebe bewusst jeden Moment des Lebens. Diese Praxis verhindert, dass man sich oft voller Angst und Sorgen nur Gedanken über die Zukunft macht, oder mit Bedauern und Bitterkeit in der Vergangenheit gräbt und sie nicht ruhen lässt.

Wenn der Wechsel die Mitte des Lebens (midlife) markiert, hat man noch ein halbes Leben vor sich. Das ist eine Menge Zeit, um die Weisheit, die man in der ersten Hälfte gewonnen hat, zu nutzen und die zweite Hälfte reicher und mit mehr Freude zu genießen.

Eine gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannungstechniken und auseichend Schlaf sind in jeder Lebensphase ausschlaggebend und wichtig, aber auch Kräuter können in dieser Zeit wunderbare Verbündete der Frau sein: 

• Nachtkerzenöl  ist entzündungshemmend und nützlich bei Schmerzen, Entzündungen und Arthritis. Es ist reich an Gamma- Linolensäuren, die hilfreich bei der Regulierung des Hormonhaushaltes sind. Nachtkerzenöl reduziert Menstruationsbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Depressionen und Spannung in den Brüsten.


• Salbei (Salvia officinalis) hilft  nächtliche Schweißausbrüche, kalte Schweißausbrüche und Hitzewallungen zu bekämpfen. Er ist nützlich bei der Linderung von Menstruationsbeschwerden und extrem starken Blutungen.


• Vitex (Mönchspfeffer) ist einer der besten hormonellen Ausgleicher. Er stabilisiert Progesteronschwankungen und verringert starke Blutungen. Vitex kann verwendet werden, um  Hitzewallungen, Schwindel, PMS und Stimmungsschwankungen zu mindern. Mönchspfeffer wird auch bei Myomen und Endometriose eingesetzt.


• Eleuthero (Eleutherococcus senticosus), bisher als Sibirischer Ginseng bekannt, ist wunderbar für die Überwindung von Stress und Müdigkeit. Er „verjüngt“ das Reproduktionssystem und fördert das hormonelle Gleichgewicht.


• Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist krampflösend, entzündungshemmend, entspannend und nützlich bei Arthritis, Gelenkschmerzen und Krämpfen. Es enthält Östrogen-ähnliche Bestandteile, reduziert Hitzewallungen und wirkt ausgleichend auf den Hormonhaushalt. Bei extrem niedrigem Blutdruck sollte die Traubensilberkerze nicht verwendet werden.


• Herzgespann ( Leonurus cardiaca ) wirkt beruhigend und entspannend auf das Nervensystem, speziell bei Nervosität und Reizbarkeit. Es wirkt als Tonikum auf die Geschlechtsorgane und kann verwendet werden, um das Reproduktionssystem zu stärken. Als Herzstärkungsmittel ist es hilfreich bei der Verringerung von Herzrasen, weiters hilft es bei der Verdauung und bei Hitzewallungen.


• Haferflocken (Avena) sind eines der schönsten Stärkungsmittel für das Nervensystem. Daneben liefern die Flocken sehr viel Magnesium. Der Mineralstoff ist unter anderem an der Signalübertragung von Nerven auf die Muskulatur beteiligt. Gerade in stressigen Situationen benötigt der Körper sehr viel Magnesium. Haferflocken bestehen aus komplexen Kohlenhydraten und sorgen so für eine dauerhafte Energieversorgung. Der konstante Blutzuckerspiegel verhindert Schwächegefühle und Heißhungerattacken. Und die kann man in Stresssituationen überhaupt nicht gebrauchen.

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Wechseljahre - Klimakterium

Gepostet von Sabine Vigar am Donnerstag, Mai 29, 2014, In : Well-being 

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Ohne Aggression kein Leben - An eine Sache herangehen

Gepostet von Sabine Vigar am Dienstag, Januar 29, 2013, In : Well-being 

 

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„Du bist aggressiv“ ist für viele Menschen zu einer eindeutig negativen Bewertung geworden. Diese innere Ablehnung der Aggression bedeutet aber eine Einschränkung und Verzerrung eines wichtigen Lebensprinzips, dessen sprachliche Wurzeln „ad“ und „gredere“ wörtlich „a...


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Spring Fever - Frühjahrsmüdigkeit

Gepostet von Sabine Vigar am Montag, April 4, 2011, In : Well-being 

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich täglich mit dem Syndrom der, an jeder Ecke lauernden, Frühjahrsmüdigkeit. Interessanterweise wirkt sie sich bei jedem anders aus und bringt eine Vielzahl an Symptomen mit sich.

Im Englischen gibt es den Ausdruck Frühjahrsmüdigkeit (spring tiredness) nicht wirklich – es heisst hier „spring fever“. Und wird sehr treffend in einem Gedicht von Mark Twain beschrieben:

„It's spring fever.  That is what the name of it is.  And when yo...


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